Reading List (18/07/15)

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Kunst & Kultur
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Jeden Samstag gibt es eine Reading List mit interessantem Lesematerial für das Wochenende. Die Themen reichen von Kultur über Design hin zu Politik, sind auf Deutsch oder Englisch. Happy Reading!

“How the biased news coverage of Eritrea and its government is dangerous” – Medium*

There is a lack of context on why the Eritrean government did not cooperate on the UN report, thus the commission relying on sources that fled the country. I don’t want to legitimize the actions of the government nor do I want to discredit any part of the report. This is not the goal of this piece, and it needs a certain degree of expertise to analyze the credibility of any source regarding Eritrea.

“Why it matters that Eritrean cyclists are wowing the Tour de France” – The Washington Post

In a sport still dominated by white Europeans, the success of two black Africans is a big step. And while Eritrea may be a small nation with a troubled history and serious economic and political problems in the present day, few are surprised that Eritreans are leading the charge. As the Economist has put it, cycling is Eritrea’s “unofficial fifth state-sanctioned religion.”

“Interview: Retrogott” – 0711 Blog

Stolz ist ein Gefühl, das ich ablehne. Es ist ein selbstverständliches Gefühl, das alle Menschen empfinden, das aber schnell zur Selbstüberschätzung führt. Für mich ist Demut wichtiger. Letzten Endes sind das Menschen wie du und ich, Menschen, die denselben Vibe spüren und dieselbe Musik lieben. Keiner sollte danach beurteilt werden, wann er geboren ist, woher er kommt oder wie er aussieht. James Brown inspirierte vielleicht Afrika Bambaataa, Bambaataa inspirierte Torch. Torch inspirierte mich. Das ist möglich, weil Musik und damit Hip-Hop Generationen verbindet. Sie ist eine internationale Sprache.

“Can SoundCloud Be the Facebook of Music?” – Bloomberg

For listeners, SoundCloud is less like a music collection or radio station than an audio-based social network. To navigate it, you might sort what’s trending by descriptive tags (which get as specific as “melodic house,” “deep house,” and “tropical house”). Maybe you start with the latest from electronica act Major Lazer, then see what else is trending under “dance” or “EDM” or “Diplo.” Perhaps you end up on producer/musician Diplo’s official SoundCloud account. You can “follow” him or any creator. Possibly you’ll find like-minded listeners who assemble cool playlists, or simply repost tracks you like.

“Über die ‘Medienmeute’ und die hohe Kunst der Recherche” – Zeit Magazin

Vor einiger Zeit habe ich darüber geschrieben, dass mich ein Mensch seit Jahren mit Schmähungen überhäuft, ein gewisser Stefan Niggemeier. Der Ehrlichkeit halber muss gesagt sein, dass ich nicht der Einzige bin, der von dieser Plage betroffen ist. Er spricht von den Medienschaffenden, sofern sie andere Ansichten vertreten als die seinen, als von einer “Medienmeute”.

*ein von mir geschriebener Beitrag, der in der eritreischen Diaspora Wellen schlägt

Orte der Begegnung

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Lokales / Politik
kulturfest
Ungeahnt was mich am vergangenen Sonntag erwarten würde, fuhr ich (als Anhang meiner Mutter) nach Hechingen. Eigentlich nur in den Genuss der Kochkünste meiner Tante zu kommen, im Nachhinein aber war es der erste Kontakt mit eritreischen Flüchtlingen. Bereits kurz vor meinem Auslandsjahr sind in meiner Heimatstadt Reutlingen rund 40 Jungen und junge Männer im Auffanglager in der Stadt aufgenommen worden. Ich selbst war zu beschäftigt mich auf meine Abreise vorzubereiten, um sie willkommen zu heißen und ihnen einen ersten Kontakt in der fremden Stadt zu bieten.

Seit meiner Rückkehr bemühe ich mich eine Rolle zu finden, die als Schnittstelle zwischen Flüchtlingen und den deutschen Bürgern im Zollernalbkreis fungiert.Laut Bundesinnenministerium sind 2014 allein 13.253 Asylanträge von eritreischen Flüchtlingen eingangen, die Zahl dürfte dieses Jahr deutlich höher ausfallen. Auch wenn kürzlich ein schärferes Asylrecht verabschiedet wurde, die Zahl der zu aufnehmenden Flüchtlinge wird dennoch recht hoch angesetzt werden. Im Landkreis Reutlingen wird aktuell von 1.900 Flüchtlingen in diesem Jahr ausgegangen.

Bei meiner Rückkehr im Mai ist es mir bereits im Stadtbild aufgefallen, viele neue Menschen. Meist jung, männlich, und schwarz. Sie wirken oft so, also würden sie nicht ganz in das Bild einer provinziellen Großstadt passen. Schade eigentlich, dass man den jungen Menschen die stark traumatisiert, ohne Familie, in ein fremdes Land kommen, Ablehnung oder gar Fremdenfeindlichkeit entgegen bringt.

Wir kennen doch die Bilder aus dem Mittelmeer und aus Syrien. Sie gingen durch alle Medienkanäle, man berichtet ausführlich über die Probleme in den genannten Ländern. Trotzdem fehlt oft die Überwindung, um sich Neuem zu öffnen. Die Flüchtlinge müssen es doch auch!

Als Erstaufnahmestelle dient die Kleinstadt Meßstetten in der Nähe von Albstadt. Dort werden junge Männer und Frauen “zwischengelagert” bevor sie nach ca. vier Wochen Aufenthalt auf das Land Baden-Württemberg in Flüchtlingsheime und -lager verteilt werden.

Ich bin mir nicht sicher wer dieses kleine Kulturfest direkt neben der Villa Eugenia in Hechingen organisierte, aber es war ein schöner Ort, um Berührungsängste abzubauen und Begegnungen zwischen diversen Kulturen zu ermöglichen.

Die Flüchtlinge haben zuvor den eritreischen Kulturverein gebeten, Musikinstrumente bereitzustellen um für sich und die Anwesenden ein musikalisches Kulturprogramm anzubieten. Man sah den jungen Männern die Freude wirklich an. Ein Moment waren sie abgelenkt von ihren Ängsten, Unsicherheiten und ihrer traumatischen Reise. Der Kulturverein bot eritreische Küche und ein lokaler Musiker stellte seine Anlage zur Verfügung und spielte oftmals selbst. Sie trafen auf die eritreischen Frauen aus der Region, die sich gemeinsam für Projekte in der Heimat stark machen, aber auch Neuankömmligen einen guten Start ermöglichen wollen.

Sie genossen die Zeit mit einer für sie vertrauten Kultur, hatten aber auch die Möglichkeit Deutsche (mit und ohne Migrationshintergrund) kennenzulernen. Ich merkte, dass sie sich nicht wirklich unter die Leute mischten, sondern unter sich blieben. Auch Deutsche saßen sich selten zu uns, um ins Gespräch zu kommen. Die blieben ebenfalls unter sich an ihren eigenen Ständen, wo es Pommes und Bier gab.
Ich lernte dafür den alevitischen Volkstanz und hatte ebenfalls meinen Spaß, so zwischen meinen zwei Kulturen. Während ich Injera aß, bestellte ich am Stand nebenan schwäbelnd ein Radler zum Runterspülen.

Ich sehe solche Veranstaltungen als großartige Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen. Die Flüchtlinge können ihre ersten Sprachkenntnisse direkt erproben und ihre eigenen Berührungsängste abbauen. Und sie lernen Landsleute kennen, die schon Jahrzehnte in Deutschland leben und selbiges durchmachten. Sie geben ihnen die nötige Unterstützung, die Behörden oft gar nicht leisten können. Denn wie ihr Betreuer meinte, werden viele bei der Verteilung auf die Unterkünfte voneinander getrennt und müssen sich alleine mit gesellschaftlichen, gesundheitlichen, rechtlichen Problemen rumschlagen. Einige von ihnen wurden gestern bereits woanders untergebracht—unter anderem in Reutlingen

Am vergangenen Wochenende, während des traditionellen Schwörtages, hielt OB Barbara Bosch eine Rede und sprach die Flüchtlingssituation an. “Die Stadt werde wohl übergangsweise Turnhallen belegen und Zelte für die Flüchtlinge aufstellen müssen, so die Oberbürgermeisterin.”

“Bosch verlangte ein Bündnis für preiswertes Wohnen, lobte die städtische Wohnungsgesellschaft GWG für ihr Wohnbauprogramm, das „bis an die Grenzen des Machbaren“ gehe. Im Storlach plane die Stadt parallel eine Flüchtlingsunterkunft und ein Studentenwohnheim,” berichtet das Schwäbische Tagblatt weiter.

Ich lebe seit 23 Jahren in Storlach und hoffe, dass die Anwohner jedem die Möglichkeit bieten sich hier wohlzufühlen. Ich habe nämlich die Befürchtung, dass dies nicht so einfach wird. Der Stadtteil ist bereits der Gentrifizierung zum Opfer gefallen (zumindest in meiner unmittelbaren Nachbarschaft) und wird mittlerweile als “Erholungsgebiet” angepriesen. Wir sind selbst immmer wieder unterschwelligen Anfeindungen ausgesetzt, da will ich mir nicht ausmalen wie Flüchtlinge behandelt werden.

Reading List (11/07/15)

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Kunst & Kultur
14B430281B

Jeden Samstag gibt es eine Reading List mit interessantem Lesematerial für das Wochenende. Die Themen reichen von Kultur über Design hin zu Politik, sind auf Deutsch oder Englisch. Happy Reading!

“Bernie Sanders Speaks” – The Nation

How do you discuss Ferguson and not know that, in that particular community, unemployment is off the charts? How do you discuss Baltimore and not know that, in that particular community, unemployment is off the charts? African-American youth unemployment in this country is 50 percent, and one out of three African-American males born today stands the possibility of ending up in jail if present trends continue. This is a disaster.

“Was für ein Theater!” – Zeit Magazin

Berlin ist immer Theater, während der zweimal jährlich stattfindenden Fashion Week grenzt es an Totaltheater. Wie viel Inszenierung steckt im Beiläufigen? Wie viel echtes Leben im schönen Schein? Auf die Darstellenden ist Verlass: Zur Modewoche zerren sie die besonders schrägen Kostüme aus dem Fundus, die Zwanzig-Zentimeter-Plateaus, die Perücken. Einige erfinden sich neu, vielleicht, um das Immergleiche zu kompensieren, andere tragen konsequent Schwarz.

“The Power of Black Twitter” – The Daily Beast

In the past three years, Twitter has become a necessary platform for dissent, discussion, breaking news and, yes, trends. And in the case of what has become colloquially known as “Black Twitter,” all of those things have gelled to create an online culture of black intellectuals, trendsetters, and talking heads giving voice to many of the issues that 20 years ago would’ve remained far away from the mainstream radar. The murders of Trayvon Martin and Mike Brown, the reality of street harassment, the racial crisis brewing in the Dominican Republic—these are all stories that became of major importance because Black Twitter made sure the world understood what was happening.

“Deutschland, ein Irrgarten” – Medium

Je öfter ich den Gesetzentwurf las, umso entsetzter war ich. Mit einigen Passagen hätte man auch das Parteiprogramm einer rechtsradikalen Partei schreiben können — mit folgender zum Beispiel: Die Zuwanderung von Ausländern bedeute „den Verzicht auf die Homogenität der Gesellschaft, die im Wesentlichen durch die Zugehörigkeit zur deutschen Nation bestimmt wird […] Die gemeinsame deutsche Geschichte, Tradition, Sprache und Kultur verlören ihre einigende und prägende Kraft. Die Bundesrepublik Deutschland würde sich nach und nach zu einem multinationalen und multikulturellen Gemeinwesen entwickeln.“

“What African universities can do to attract academics back from the diaspora” – The Conversation

There is more to drawing diaspora academics back to their home countries than merely striking up individual relationships. Although the situation varies from country to country, it is fair to say that African universities, like the societies they occupy, generally have poor infrastructure.

More often than not, buildings, classrooms, grounds, instructional technology, teaching resources like books, journals and laboratories are decades out of date. This makes it difficult for diaspora academics to collaborate with colleagues at African universities on research and teaching.

“How Germany Does Prison”– The Marshall Project

Beyond policy, comparing American and German prisons will surely unearth some deeper undercurrents in the histories of both societies. Just as no study of American prisons is complete without looking at the history of race relations all the way back to slavery, German incarceration exists in the shadow of the 1940s and that decade’s unspeakable combination of prison, factory, and slaughterhouse.

“Extra Creddit” – Slate

For Keelan, Reddit is one part of a broader social media strategy. At conferences, he said, he prefers to follow discussions on Twitter. He uses Academia.edu, the Facebook-like social network for academics, to connect with other scholars. Reddit, he said, enables him to discuss history with people outside of academe.

 

Stille

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Persönliches
Stille

Es war in den letzten Tagen ruhig hier. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum Einen war es mir zu heiß, um einen brauchbaren Text zu produzieren. Sogar bacheloren war so gut wie unmöglich. Ich mag hohe Temperaturen nicht und kann dabei nicht gut arbeiten. Zum Glück bin ich derzeit flexibel und kann mir meine Zeit so einteilen, dass ich einiges rausschieben kann. Was ich tatsächlich tat. Außerdem war ich privat eingespannt: Bewerbungen schreiben,  Absagen erhalten, und am vergangenen Wochenende bin ich nach Frankfurt am Main gereist. Da kommt das Blog eben zu kurz, wenn man keine Beiträge schon vorher vorbereitet.

Ich finde Ruhepausen auf dem Blog gar nicht schlimm. Besonders viele lesen den sowieso nicht und es scheint keine Aufregung zu geben, wenn ich mal nicht blogge. Somit habe ich nicht den Druck von außen, ständig etwas zu veröffentlichen. Ich möchte mir nämlich Gedanken machen statt sinnlos Worte einander zu reihen.

Ron-Swanson-Every-Word-I-Know

Einzelne Textfragmente und Ideen habe ich bereits, die ich in nächster Zeit ausformulieren und veröffentlichen möchte. Weil aber gerade so viel ansteht, kann das dauern. Es kann sein, dass manches in verkürzter Form unters Volk gebracht wird. Die Idee mit dem Podcast verschieb ich lieber auf 2016… Und weil momentan alles etwas unklar ist in welche Richtung ich mich demnächst begebe, wirkt sich die Unsicherheit auf das Schreiben aus. Ich lasse mich beim Schreiben von meinen Emotionen leiten und gerade beim Bloggen von meinem öden Alltag ist eine gewisse emotionale Nähe zum “echten” Leben präsent und wirkt sich oft auf meinen Schreibstil aus.

Natürlich soll das hier nicht seichter Dünnpfiff sein oder Stoff, den man so ähnlich auf etlichen Plattformen finden kann. Besonders und einzigartig HA HA HA HA HA soll es sein. Ein virtueller Ort, an dem sich meine zehn Leser und ich uns wohl fühlen, Spaß haben und Emotionen mit mir teilen können. Scheinbar funktioniert das.

 

Der erste abgedruckte Artikel

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Persönliches / Uni
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Ich bin ein bisschen stolz auf diesen kleinen Meilenstein. Man sagt ja Printjournalismus sei tot. Ich bin davon nicht überzeugt bzw. denke ich, dass es sich ins Internet verlagert hat. Zeitungen und Magazine tun sich zum Teil noch schwer ein geeignetes Bezahlmodell einzuführen und Werbeeinnahmen zu sichern. Aber darum gehts eigentlich gar nicht. Es geht um diesen Artikel, der im Rahmen des dreitägigen Kompaktseminars “Irgendwas mit Medien? Journalismus!” an der Uni Tübingen entstanden ist. Wir wurden vom Journalisten Volker Rekittke sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen, als nach 1 1/2 Stunden eine Pressekonferenz mit Tübinger Kommunalpolitikern stattfand. Die Mehrheit der Teilnehmer hatte sehr wenig bis keine journalistischen Erfahrungen und keiner war so richtig mit der Thematik, Tübinger Wohnpolitik, vertraut. Um so schwieriger war es gezielte Fragen zu stellen, die relevant für einen guten Artikel sein konnten.

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Das änderte sich aber, als ich das Gespräch mit den Gemeinderäten und dem Baubürgermeister auf das studentische Wohnen lenken konnte. Ein sensibles Thema, da (studentischer) Wohnraum nicht nur knapp sondern mittlerweile sehr teuer geworden ist. Tübingen liegt laut dem Unternehmen F+B auf Platz 4, noch vor der Landeshauptstadt Stuttgart im bundesweiten Mietspiegelindex 2014. Da die Zahl der Studierenden in Tübingen immer noch sehr hoch ist (aktuell: 27.152) wird die Lage sich weiter zuspitzen. Darum geht es in diesem Artikel, ein wichtiges, manchmal kontroverses Thema für die Bewohner der Universitätsstadt. Wir haben nicht nur die komplette Seite (plus Meinungskommentar) dafür bekommen, sondern die Schlagzeile findet sich sogar auf dem Mantel. Top Sache!

Über die aktuell diskutierten Lösungsansätze könnt ihr im heutigen Schwäbischen Tagblatt lesen, auch online.